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Wochenkurier, am 28. Februar 2009:            Himmlische Feldstudie zum Frauentag                           Frauen haben es eigentlich schon immer gewusst: Die biblische Geschichte von Adam und Eva ist eine Lüge! Nun ja, zumindest ein großer Schwindel, denn nicht Adam war zuerst da, sondern Eva. Sie war es, die sich einen Gefährten wünschte – und dabei Gottes Warnungen vor den möglichen Zwistigkeiten einfach ignorierte. Er erschuf für sie einen Mann – und seitdem musste sie sich nicht nur an das Versprechen halten, Adam nie zu verraten, dass er ein ‚Zweitmodell‘ ist, sondern auch mit ansehen, welche Folgen ihre einstige Abmachung hatte. Doch jetzt hat Eva genug von Machos und Chauvinisten – sie holt sich den Chef persönlich heran. Für eine Feldstudie soll Gott sich mit ihr ‚unters Volk‘ mischen und beurteilen, ob bezüglich der Situation zwischen Mann und Frau alles so ist, wie es sein sollte. So sieht die Ausgangssituation des kabarettistischen Theaterstücks „Frau Eva : Zum Diktat“ aus, das am 01. März anlässlich des Weltfrauentages im Wichern Premiere feiert.

„Den Anfangsimpuls zu dieser Produktion gab der DGB, der schon seit einiger Zeit die Aktion ‚Ich bin mehr Wert‘ voranbringt. Dieses Projekt informiert über die immer noch herrschenden Ungerechtigkeiten, auf die Frauen vor allem in der Arbeitswelt stoßen: Lohnungleichheit, erhöhte Erwerbslosigkeit und vieles mehr“, erklärt Markus Veith.

Zusammen mit der Theaterpädagogin Claudia Butta hat der Dortmunder Autor, Regisseur und Schauspieler das Konzept für „Frau Eva: Zum Diktat“ entworfen. Dabei entwickelte sich für ihn ein Dreifach-Engagement: Er hat das Stück nicht nur geschrieben, sondern auch als Regisseur inszeniert. Und als ein Akteur ausfiel, musste Veith auch noch als Schauspieler auf die Bühne: Er spielt ‚Gott‘ persönlich … zumindest in dem Kontext dieses Stückes eine nicht ganz unpassende Rolle. „Das war aber so nicht geplant“, schmunzelt der 36-Jährige.

Mit dem kabarettistischen Theaterstück hat der Autor nicht nur ein neues Genre erschaffen, er musste sich auch in eine ganz neue Welt hineindenken. Denn auch wenn „Frau Eva: Zum Diktat“ keine Abrechnung mit der Männerwelt ist, so bekommen die Männer doch ein wenig mehr ‚ihr Fett weg‘ als die Frauen. „Und das verdienen sie auch“, schmunzelt Veith. Doch sich in die Materie hineinzuarbeiten, „das hat schon einige Zeit gebraucht“, so der Autor. „Und ich hab mich anfangs schon gefragt, wie ich mich bloß in dieses Thema rein wurschteln sollte.“ Doch es hat geklappt: Für die Recherche sprach er mit vielen Frauen – von der Hebamme bis zur Lehrerin, von der Abteilungsleiterin bis zur Putzfrau. Und tauchte auch in die Untiefen des männlichen Chauvinismus‘ hinab. „Ich habe viel im Internet recherchiert, und was da in manchen Foren an Sprüchen von Männern zu finden ist, das ist wirklich erstaunlich“, erklärt der Autor. Einige der besten ‚Chauvi-Sprüche‘ sind dann auch direkt in das Stück eingeflossen – zum Beispiel von einem Mann, der sich über das „substanzlose, ideologische Feministinnen-Geschwurbel“ aufregte. „Dieser Spruch musste einfach rein“, schmunzelt der Autor.

Auch wenn die Männer vielleicht ein wenig mehr Spott abbekommen, so ist „Frau Eva: Zum Diktat“ doch kein Frauenstück. Es ist Kabarett – und auch die Herren der Schöpfung haben reichlichen Grund, herzhaft zu lachen. „Uns ist bei Testaufführungen lediglich aufgefallen, dass Männer und Frauen an ganz unterschiedlichen Stellen gelacht haben“, schmunzelt Markus Veith.

Die Premiere des Stückes findet am 01. März im Wichern im Rahmen einer Veranstaltung der DGB-Frauen statt. Doch bereits am Tag darauf gibt es eine Kostprobe für jedermann und –frau im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek, Königswall 18. In einer ca. einstündigen szenischen Lesung präsentieren Markus Veith, Claudia Butta, Sebastian Coors und Gloria Marks am Montag, 02. März, um 19:30 Uhr Auszüge aus „Frau Eva: Zum Diktat“. Der Eintritt kostet 2,50 €.

Wem die Kostprobe gefallen hat: Die komplette Aufführung von „Frau Eva: Zum Diktat“ ist dann am 29. Mai um 20:00 Uhr im Kundenzentrum von DEW21, Ostwall 51 zu sehen.




Wochenkurier, am 12. Januar 2008
Wenn das Publikum vor Lachen aufs Sitzkissen pinkelt
Markus Veith lädt zu Mord, Veithstanz und mehr.
Was passiert, wenn ein passionierter Mörder seine Gattin 'auf den Geschmack' bringt und sie fortan gemeinsam der Leidenschaft fürs Töten frönen? Richtig - wie fast alle Ehepaare werden auch sie sich bald über das eine oder das andere Detail uneins. Zum Beispiel bei der doch recht entscheidenden Frage, wie man denn nun sein Opfer 'um die Ecke' bringen sollte. Wenn er nun Puristiker ist und auf die hohe Kunst des Tötens mit dem Messer schwört. seine Göttergattin aber doch viel lieber die Vielfalt der Mordmethoden ausprobieren möchte. dann ist eine mörderische Ehekrise vorprogrammiert. So die höchst amüsante Ausgangslage der "Mordsrevue", der ersten abendfüllenden Regiearbeit des Dortmunder Autors, Schauspielers und Regisseurs Markus Veith.
"Den Grundplot haben die beiden Schauspieler Susanne Kirchhoff und Wolfgang Welter selbst geliefert. Im vergangenen Februar haben sie sich wegen der Regie an mich gewandt - quasi mit den Worten 'in zwei Monaten ist Premiere und wir hatten gehofft, dass du auch die Texte schreibst'", schmunzelt Markus Veith. - Gesagt, getan - mithilfe von Improvisationen der Schauspieler standen die ersten Textpassagen schnell. "Außerdem wollten Susanne und Wolfgang in jeder Szene ein Lied", erklärt der 35-jährige Dortmunder. Dort bediente man sich bei bekannten Melodien, einige Lieder, wie zum Beispiel von Georg Kreisler wurden nur ein wenig eingedeutscht, andere wie der bekannte Song "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" bekamen einen ganz neuen Text: "Immer nur Erstechen kann nicht alles sein", gesungen natürlich von der armen, gelangweilten, mörderischen Ehefrau Betty.
"Die "Mordsrevue" ist eine leise, schwarze Komödie, eher zum Schmunzeln als zum Schenkelklopfen", so Markus Veith. Trotz des brutalen Hobbys seiner Protagonisten ist es alles andere als ein 'Splattermovie' für die Bühne - nur ein einziges Mal kommt während des ganzen Abends Kunstblut zum Einsatz.
(...)
Auch selbst steht Markus Veith bald wieder in Dortmund auf der Bühne, mit seinem neuen Programm "VeithsTanz". "Ich wollte ein Soloprogramm machen, mit dem ich tingeln kann", erklärt der Dortmunder. Bedient hat er sich dabei aus seiner Schreibtischschublade, denn dort lagen zahlreiche Texte, die nur darauf warteten, genutzt zu werden. Mit humorvollen Texten, darunter auch Lyrik, geht es bei "VeithsTanz" sozusagen von Höcksken auf Stöcksken. "Aber das Ganze hat durchaus einen roten Faden", betont Veith.
Aufgelockert wird das Programm mit einigen schauspielerischen Elementen, Liedern seiner früheren Band 'Tja' sowie Melodien und Klängen, gespielt auf Cahon, Regenrohr, Obertonflöte und anderen Instrumenten. "Auch mit einem Klavier kann ich was anfangen, wenn es denn an dem Veranstaltungsort vorhanden ist", erklärt das Dortmunder Multitalent.
(...)
Bei aller Freude an der Arbeit an "VeithsTanz" und "Mordsrevue" - am meisten freut sich Markus Veith derzeit auf zahlreiche Auftritte mit dem Kindertheaterstück "Das Konzert der Tiere", für das er gerade in Berlin probt. Nicht nur, dass er in dem Solostück in 15 verschiedene Rollen schlüpfen darf, auch das junge Publikum liegt ihm ganz besonders am Herzen. "Die schönsten Komplimente bekommt man von Kindern", so der Schauspieler. An eines erinnert er sich besonders gerne - bei einem Auftritt in einer Bibliothek hatten einige der jungen Zuschauer vor Lachen auf ihre Sitzkissen gepinkelt. Markus Veith grinst: "Ein größeres Kompliment gibt es doch nicht, oder?"


Westfälische Rundschau, am 17. Januar 2008
Ein "VeithsTanz" zwischen Musik und Poesie
Bei seinem Namen liegt es einfach nahe: Markus Veith setzt in seinem neuen Programm zum "VeithsTanz" an. Und auch mörderische Absichten zeigt er ...
Markus Veith ist ein PoetryJam erprobter Mensch. Und diese Erfahrung will der Schriftsteller und Schauspieler nun zum Tanzen bringen: Sein Programm "VeithsTanz" vereint Lyrik, Musik und Prosa zu einem Rundum-Paket, das weder reine Lesung, noch reines Konzert ist. Alles selbstgefertigt, versteht sich.
"Bissige Texte, aber nicht zotige Brüller", hat Markus Veith über Alltägliches geschrieben. Der 'Hosenkauf mit Mutti' als kleiner Junge ist da Thema, aber auch bewusst geschürte Kontraste: Veith setzt Verträumtes, das "hart an der Grenze zum Kitsch ist", gegen einen totalen Verriss von Lyrik, den er mit dem Ploppen eines Bieres einleitet. Und er knüpft an alte Fäden an, indem er Musik seiner alten Band wiederbelebt. Dass er als Sprecher, Autor und Schauspieler arbeitet, befruchte sich gegenseitig.
Markus Veith will unterhalten - nach dem Motto "setzt Euch hin, lasst Euch berieseln, aber denkt zwischendurch mal nach". Natürlich auch, weil er als freier Künstler weiß, dass sich das besser verkaufen lässt.
Sowohl als Schriftsteller als auch als Regisseur hat er sich derweil bei der "Mordsrevue" mit Susanne Kirchhoff und Wolfgang Welter betätigt. Er spielt einen Mörder, der Spaß hat an seinem Metier. Sie ist die Partnerin, die die dunkle Seite ihres Geliebten entdeckt - und einfach mitmordet. Nur überflügelt die Schülerin alsbald ihren Meister. Es läuft auf ein letztes Duell hinaus ... "Und dabei passiert alles in den Köpfen der Zuschauer", sagt Markus Veith.
von Nadine Albach, WR


on.ruhr: Interview, erschienen am 27. März 2007
Experimente mit dem Unmöglichen
Gestern war der Dortmunder Autor Markus Veith in den Redaktionsräumen von on.ruhr. Als erster Autor in einer nun regelmäßig erscheinenden Reihe äußerte er sich ausführlich zu seinen Werken, zu denen Theaterstücke, Lyrik und Romane gehören.
Wie lebt man als Schriftsteller in Dortmund?
Als Kulturschaffender in Dortmund kommt man nicht hoch hinaus. Ich veröffentliche meine Romane bisher im Eigenverlag. Über eine treue Leserschaft verfüge ich bereits. Den deutschen Verlagen fehlt da ein bisschen der Mut.
Ist Mut wichtig?
Ich habe mir diesen Mut angewöhnt. Ich war mal Gärtner bei der Stadt. Ein sicherer Job. Jetzt habe ich den Luxus, dass ich mein eigener Chef bin. Alles, was ich mache, mache ich aus eigenem Antrieb.
Was verbindet sie mit Dortmund?
Ich komme aus Dortmund-West, bin dort im Viertel geboren und aufgewachsen. Es ist beruhigend, dort seine Wurzeln zu wissen. Mit der Stadt verbindet mich viel, etliche Handlungen meiner Geschichten spielen hier.
Welche zum Beispiel?
DES PUDELS KERN ist ein Thriller, der in Dortmund spielt. Die Stadt wird nicht genannt, aber man kann es ganz gut erkennen. Der Thriller spielt an Ostern und beginnt damit, dass eine Frau zum Pressetermin in eine Redaktion kommt und nur der Volontär verfügbar ist. Sie berichtet von ihrer Nichte, die bei einem Anschlag in einer Passage in der Innenstadt ums Leben kam. Susanne, die Nichte, war eine Menschenfischerin, einer der Menschen, die es in jeder Stadt gibt und die jeder kennt, weil sie so absonderlich sind. Die Lebensgeschichte ist mit vielen abstrusen Kleinigkeiten gespickt. Es geht vor allem um Gerüchte.
markusWer liest ein frisch abgeschlossenes Werk zuerst?
Testleser sind Freunde und bekannte, auch immer zwei Leser, die ich nicht kenne und die mich nicht kennen. Da kriegt man die ehrlichste Kritik. Die machen dann auch auf Fallstricke aufmerksam. DES PUDELS KERN habe ich einem Cousin zu lesen gegeben, der Hauptkommissar ist. Den Inspektor in meiner Geschichte habe ich mir kaugummikauend vorgestellt. Ich hätte eigentlich drauf kommen müssen: Der kann natürlich seinen Kaugummi nicht am Tatort ausspucken.
Was bedeutet Ihnen das Schreiben?
Manchmal glaube ich, man könnte mir eher das Atmen verbieten. Ich habe keine Ahnung, wie es dazu kam; es hat sich nach vorne gedrängt. Angefangen habe ich bei der Bundeswehr, aus Langeweile.
Lyrik, Theaterstücke, Hörbücher, Romane. Sie haben viel verschiedenes ausprobiert. Warum?
Ich kann nicht lange bei einem Genre bleiben. Heute würde ich kein Märchen mehr schreiben. In den Romanen geht es mir immer auch um den experimentellen Charakter. In LÖWENZÄHNCHEN habe ich damit experimentiert, was passiert, wenn eine Raupe sich einfach nicht den biologischen Strukturen unterordnen will.
Wo schreiben Sie? Draußen, in Cafés oder zu Hause?
Ein magischer ort draußen ist das Dortmunder Feld. Ein eigenartiger Ort, Industriewildnis. Es gibt da eine Birke, die wie ein Sessel geformt ist. In Cafés schreibe ich nur, wenn ich im Schreibfluss bin und schon weiß, wohin die Handlung gehen soll. Ich schreibe am liebsten zu Hause; da habe ich alle Möglichkeiten.
Wie arbeiten Sie?
Manchmal 10 Stunden, manchmal gar nicht. Die beste Zeit ist direkt nach dem Aufwachen, aber oft muss es zwischen die Termine passen.
(sih)

on.ruhr: zur Lesung in der Stadt- und Landesbibliothek am 05. März 2007
Literarische Metamorphose eines Manuskriptes
Mit viel Witz gab der Autor Markus Veith seinem Manuskript eine Stimme und den Zuschauern interessante Einblicke in die Psyche eines krankhaften Gehirns
In der 'Lesung am Montag' der Stadt- und Landesbibliothek stellt Markus Veith sein Manuskript EXZESS vor und gibt Einblick in den Entstehungsprozess.
"Guten Tag, ich bin der Erfinder und der Erzähler der Geschichte." Mit diesen Worten beginnen die Lesung und der bisher unvollendete Roman des Dortmunder Autoren Markus Veith.
(...)
An EXZESS arbeitet er seit 2001 immer wieder in Intervallen. "Das Manuskript landete anfangs in der Schublade, weil ihm noch etwas fehlte. Zwischendurch sammle ich Ideen und frage mich, wozu die passen könnten," beschreibt Veith den Arbeitsprozess und ermöglicht den Zuhörern so Einblick in die Arbeit des Literaten. Recherche hat er natürlich auch betrieben, etwa zahllose Bücher zum Thema nordische Mythen und Sagen gelesen, da eine Figur sich damit beschäftigt.
Bisher sind für den Roman vier strukturell ähnliche Teile vorgesehen. In jedem bekommt der Protagonist Ernst Xaver Sacher einen Impuls von seiner Außenwelt, meist von seinen Nachbarn, dem Rentner Arthur Drescher, der sich dann binnen kurzem zu einer exzessiven Manie steigert.
Veith startet eine Expetition in die Untiefen der Psyche eines kranken Mannes. "So schnell geht die Krankheit eigentlich nicht von statten, aber ich wollte eine neue Krankheit erschaffen, die durch Motive und skurille Symptome verdeutlicht wird", so Veith. "Am Ende kann der Leser sich ein genaues Bild davon machen."
Doch auch die vermeintlich normalen Menschen zeigen ihre verrückte Seite. Mit viel Humor werden auch ihre durchschnittlich sonderbaren Seiten ans Licht gezerrt und dem lachen preisgegeben. Und so bricht das Publikum während der Lesung immer wieder aufgrund von Veiths schwarzem Humor und der Sprachakrobatik in Lachen aus.
(Ariane Schön)


Wittener Ruhr-Nachrichten nach einer ArtOrt-Veranstaltung am 14. Februar 2005
Blitzgescheites prasselte nieder
ArtOrt-Zeit präsentierte drei würdige Vertreter der kurzweiligen Unterhaltung
(...) Der gelernte Landschaftsgärtner Markus Veith hat sein Genre gewechselt und arbeitet unter anderem als Schauspieler. Er schreibt auch Gedichte und dicht gewebte Texte. Aus seinem selbstverlegtem Buch PANDAIMONIA las er WO LAUFEN SIE DENN? In wildem Galopp überschüttete er das Publikum mit feinsinnigen Erkenntnissen. Wie ein Funkenregen blitzgescheiter Gedanken prasselten Nachdenklichkeiten über die hingerissenen Zuhörer, die gar nicht so schnell lachen konnten, wie Veiths Pointen fielen.  (...)


WAZ, zur Erscheinung von DER ZEITLAUSCHER, 08. 2004
ZEITLAUSCHER kriecht unmittelbar ins Ohr
Er war Finalist beim Literaturwettbewerb der Hörbuch-Verlags in München, er liebt es zu erzählen und er kann - so sagt er selbst - Zuhörer mit seinen Geschichten "in die Sitze tackern." Nun präsentiert der Dortmunder Autor Markus Veith sein erstes Hörbuch. Selbst produziert.
"Da steht man einsam im Studio und liest für eine Glaswand. Die einzige Reaktion ist die Daumenbewegung des Tochtechnikers", erinnert sich Veith an die zeit der Aufnahmen. "Klassische Lesungen sind da wesentlich angenehmer."
Der 32-jährige hat in diesem Frühsommer seinen persönlichen Verkaufsschlager DER ZEITLAUSCHER als Hörbuch produziert. "Viele wollten die Geschichte noch mal auf CD haben, da habe ich es einfach mal versucht", sagt er. Der Autor konnte auf tüchtige Unterstützung zurückgreifen: Ein Kollege hat ein Studio mit den nötigen Effekten, ein anderer lieferte als Grafiker das Layout für das Cover. Das Geld reichte für 100 Exemplare. "Davon sind bereits 44 vorbestellt", so Veith. Der Umgang mit der Stimme im Studio war eine Herausforderung, nach der vierten Aufnahme war dann auch der Tontechniker zufrieden. Seine Erfahrung: Leisere Stimme wirkt intensiver. "Ins Ohr kriechen", nennt er das.
Die produzierte Geschichte passt hervorragend zum Thema Hören, denn Veith erzählt in seiner Novelle von einem Jungen, der in die Vergangenheit hinein lauschen kann - und sich dort sogar verliebt: In ein Mädchen, das vor 470 Jahren lebte. Die Liebe des Zeitlauschers, sie ist akustischer Natur ... "Ich mag das Mystische in Situationen. Das baue ich in meine Erzählungen ein."
Veith, der vor 7 Jahren seinen Gärtnerjob an den Nagel hängte, um als freischaffender Autor und Schauspieler zu arbeiten, hat trotz einiger Erfolge bisher keinen Verlag für sein Projekt gefunden. "Leider. Ich passe vielleicht nicht ins Konzept." Doch das hält den Geschichtenerzähler nicht davon ab, weiter zu machen. "Dann halt in Eigenproduktion", sagt er entschlossen. Netzwerke hat er ja.
 - at


Westfälische Rundschau zur Vorausscheidung zum Wettbewerb des Hörbuch-Verlages zum "besten Erzähler Deutschlands"
PASST NICHT passt ziemlich gut
Das ist doch mal eine Suche der intelligenten Art: Nach all den vermeintlichen Superstars oder den längsten beinen wird jetzt der "beste Erzähler Deutschlands" gesucht. Der Dortmunder Markus Veith hat es von über 100 Teilnehmern in die Finalrunde der letzten fünfzehn geschafft, die am kommenden Freitag in München stattfindet.
Diesmal ist es kein Privatsender, der seine Quote mit abstrusen Ausscheidungen hochtreiben will. Der renommierte Hörverlag, der von Leo Tolstoi bis Florian Ilies das komplette Spektrum der Literatur zu Gehör bringt, hat den Wettbewerb initiiert. Unter anderem, um neue Talente zu sichten.
Talent, das ist markus veith bereits bescheinigt worden. Von den zahlreichen Besuchern, die bei der Dortmunder Vorrunde zugehörten und den 31-jährigen auf den ersten Platz wählten. In seiner selbstgeschriebenen Geschichte verarbeitete er eine Kindheitserinnerung: Der ungeliebte Hosenkauf mit seiner Mutter; Titel: PASST NICHT! In nur drei Minuten verpackte er die vom Verlag vorgegebenen Themen Spannung, Pannen und Sehnsucht. "Die anderen Teilnehmer hatten zum Teil echte literarische Perlen, aber die waren nicht unbedingt fürs Erzählen geschrieben", nennt Veith einen möglichen Grund für den Sieg. Ein weiterer: Markus Veith liest nicht nur vor; als Schauspieler ist er auch gleich Hauptdarsteller. Auch wenn es sich nach einem großen Spaß anhört, Veith nimmt den Wettbewerb ernst. "Ich schiele schon ein wenig auf den Titel", gibt er zu. Die Bezeichnung Bester Erzähler Deutschlands könne ihm den einstieg in eine echte Schriftstellerkarriere erleichtern. Seit sieben Jahren - nachdem er seinen erlernten Gärtnerberuf aufgegeben hat - spielte er bei der Theatergruppe KulturCompany und ist fester Bestandteil der Dortmunder Subliteraturszene.
(...)
Vom Finale und der Reise nach München erhofft er sich zumindest ein paar hilfreiche Kontakte. Doch im Hinterkopf spukt der sieg herum. Nervös macht ihn das nicht. "Vormittags spiele ich noch Kindertheater, dann bin ich abends für die Lesung warmgespielt." - Und vielleicht passt PASST NICHT! ja bestens.
t.b.


coolobri, Personen-Bericht, erschienen in der Februar-Ausgabe 2003
Herr der Worte
"Wenn ich vorher gewusst hätte, was da auf mich zukommt, hätte ich es wahrscheinlich gelassen", sagt der Dortmunder Markus Veith im heimeligen Café Chat noir über seine Entscheidung, Schriftsteller zu werden. Wie gut, dass er "so naiv an die Sache herangegangen" ist, denn sonst hätten Bücher wie DER ZEITLAUSCHER und PANDAIMONIA wohl nie unsere Ohren erreicht - und die Ruhrgebietsszene wäre um einen mehrfachen Poetry-Slam-King ärmer. Markus Veith ist jedoch nicht nur als Vorleser in Bibliotheken, verrauchten Kneipen und auf Literaturfestivals anzutreffen, auch als Schauspieler lässt er sich regelmäßig auf den Revierbühnen sehen.
Er soll ja Leute geben, denen hat der Gang zur Bundeswehr nicht nur Zeit vergeudet, sondern  was fürs Leben gebracht. Markus Veith ist einer von denen, denn er wusste die Wartezeiten auf freiem Feld und in der Kaserne gut zu nutzen. "Im Wolf Manöver abwartend, irgendwo in der Lüneburger Heide" zückte der damals 20-jährige Stift und Block und vertrieb die Langeweile mit seinen ersten literarischen Schreibversuchen. Die gelegentlichen Schreibübungen sind mittlerweile zu seiner Hauptbeschäftigung geworden. Der Ex-Gärtner und -Totengräber hat in den letzten fünf Jahren etliche Bücher geschrieben - und dabei ist keine Gattung vor ihm sicher! Ein Roman mit dem Titel LÖWENZÄHNCHEN, eine Novelle (DER ZEITLAUSCHER), ein Gedichtband (VEITHSTANZ), ein Theaterstück (RATTENFASS) und ganz aktuell der Kurzgeschichtenband PANDAIMONIA sind Zeugnisse seiner Schreibwut.
Markus Veiths Spezialität ist der ideenreiche Umgang mit Sprache. So spielt sein Roman DER SILBER im Land der Sprache, "in dem sich Vokale miteinander unterhalten und alles doppeldeutig ist. Eines Nachts verschwindet das U." Und das ist wörtlich zu nehmen, denn auch in der wörtlichen Rede im Text des Romans ist der Vokal von da ab ausradiert. Vergleichbare Wortneuschöpfungen hat sein Theaterstück RATTENFASS zu bieten, das bei den Autorentheatertagen in Hannover Aufmerksamkeit erregt hat. Mit dem Musiker Birger Nießen hat Markus Veith einen musikalischen Partner für seine Lesungen gefunden; das Resultat des Kreativduos ist eine erste selbst produzierte CD (WIE GESAGT: KENNST DU DAS?), auf der sich Texte und Klavierklänge abwechseln.
Neben der Sprache ist Markus Veith auf eine klare Struktur in seinen Romanen bedacht. Diese fällt bei seinem neuesten Werk PANDAIMONIA besonders ins Auge: Ein Kurzgeschichtenband als Sonettenkranz und als Kreislauf. Den 14 Geschichten geht jeweils eine Illustration (die natürlich auch aus des Autoren Hand stammt!), sowie ein Sonett voraus und am Ende steht wieder der Anfang. "So rollt sich das Buch von hinten nach vorne wieder auf."
Etwas ganz Entscheidendes fehlt dem eifrigen Schriftsteller jedoch noch: Ein Verleger. Der mehrfache Poetry-Slam-Gewinner lässt sich durch diesen Umstand jedoch nicht entmutigen. Er hat ja auch noch andere Interessen, nämlich das Schauspielen. "Man sagt mir oft: Das geht doch nicht beides", so Markus Veith, an seinem Rotwein nippend, "aber denen will ich es dann erst recht zeigen!"
Wie um dies zu untermauern, erzählt er mir von seinen Schreiborgien, wenn die Geschichten aus seinem Kopf heraus wollen und er erwähnt die Hefter voller Ideen, die sich bei ihm zu Hause stapeln. "Ich hab noch so viel vor", sagt Veith voller Elan. Vielleicht beginnt seine nächste Geschichte ja genau hier in seinem Lieblingscafé im Dortmunder Zentrum ...


Wochenkurier, erschienen am 28. August 2002 zum Erscheinen von PANDAIMONIA
Geschichten aus der Vorhölle
Dortmunder Autor mag's im neuen Sammelband etwas "fies"
Markus Veith war auf der Suche nach Geschichten für einen neuen Erzählband. Und irgendwie hatten alle Stories, auf die er in seiner mittlerweile recht ansehnlichen Sammlung aus Selbstgeschriebenen stieß, "etwas Fieses". "Keine Splattergeschichten", meint der Schriftsteller, der seit Jahren seine Bücher im Eigenverlag herausbringt. Aber doch irgendwie ein wenig düster. Da bot sich der Titel geradezu an: PANDAIMONIA ... das griechische Wort für Vorhölle, den Aufenthaltsort der Dämonen.
Ein wenig mit den eigenen Dämonen schlägt sich Veith in den Geschichten schon herum. Zum Beispiel in der längsten Geschichte ... mit dem kurzen Titel PUNKT: Ein Mann wacht ohne Erinnerung in einem Raum ohne Fenster und Türen auf. Aber er hat einen Stift - und in Ermangelung von Außenweltkontakten schreibt er sich die Welt herbei ... direkt auf die weißen Wände. "An der Geschichte habe ich insgesamt sechs Jahre geschrieben, habe immer wieder für längere Zeit aufgehört", erzählt Markus Veith rückblickend. Zu sehr erinnerte ihn die Situation des eingesperrten Mannes manchmal an die eigene als Schriftsteller.
Aber irgendwann hat es dann ja doch geklappt. Jetzt ist PUNKT im Rahmen des Konzept-Erzählbandes PANDAIMONIA herausgekommen. Zusammengehalten werden die Geschichten von einem Sonettenkranz ... jeweils ein Gedicht leitet die Geschichten ein, ein letztes 15. Sonett beschließt den Erzählband.
Von der Gestaltung ist PANDAIMONIA das aufwendigste der Veithschen Bücher bisher. Mit selbstgezeichneten Bildern versehen kommen die Geschichten unter anderem in unterschiedlichen Schriften daher, durchgestrichene Worte erwecken den Eindruck, mitten in die Schreibstube des Autors blicken zu können.
(...)
Seit mittlerweile fünf Jahren ist Markus Veith freiberuflich als Autor und Schauspieler tätig. Leben kann er davon leider noch nicht ... auch wenn er nebenbei Kindertheater spielt, Musik macht und eigene Stücke inszeniert. Derzeit arbeitet er an der Inszenierung seines Stückes RATTENFASS - aufgeführt als Live-Hörspiel zu ansehen. "Ein ganz neues Konzept", ist der Autor stolz und hofft, damit Interesse bei Veranstaltern zu wecken. "Ideal als Aufführungsort wären zum Bespiel Fabrikhallen, die Zeche Zollern oder vielleicht sogar ein Gasometer ... das ist ja schon direkt ein Fass." - Noch wird geprobt. Aufführungsreife soll das Stück im nächsten Jahr erreichen.
Auch bei der Dortmunder Museumsnacht am 28. September wird Veith ürbigens zu sehen und insbesondere zu hören sein: Im Torhaus Rombergpark liest er dreimal während des Abends im Wechsel mit musikalischen Darbietungen aus seinen Texten.
(Marion Müller)



Westfälische Rundschau, am 22. November 2001:
Der Totengräber kennt keine Mittagspause
Markus Veith las in der Mayerschen
Das sind Kontraste. Gerade eben noch hat Markus Veith mit einem lauten "Peng!" über die blitzartig zuschlagende Liebe auf den ersten Blick gelesen, schon setzt er einen Text über den Tod nach. Und das mittags.
Liebe, Liebesverlust und Tod. Bei Markus Veith, der gestern zum mittäglichen 'Pausenlesen' in die Mayersche Buchhandlung kam, wird aus solchen Zutaten verdauliche Kost. Der Dortmunder, der seinen Gärtnerberuf fürs Schreiben an den Nagel gehängt hat und seitdem Bücher im Eigenverlag publiziert, würzt seine Texte gerne mit reichlich Humor und einer Prise Melancholie. In diesem Ton lehrt er uns dann, dass selbst der Tod zur Routine wird; zumindest, wenn man ihn aus der Perspektive des Totengräbers betrachtet. Ein Mann dieser Zunft denkt in einem frühen Text von Veith über seinen frustrierenden Beruf nach, von dem es immer nur heißt: 'Einer muss es ja machen.'
Sehr schön: Ein paar Gedanken über Inseln. Veith wundert sich über 'Prominentenpromenaden' und wird dann wieder elementar: "Entdeckt sind sie alle", sagt er über Inseln, "aber noch nicht verstanden."
Weniger schön: Diesen Text musste der Autor gegen die schwellende Brandung anlesen. Stimmen, Geklapper, reges Buchhandlungstreiben. Selbst mittags.
(jüpo)


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